Ursprung der Shropshire Schafe

Der Ursprung der Shropshire Schafe

Das Shropshireschaf hat seinen Ursprung in den Grafschaften Shropshire und Staffordshire im mittleren Westen von England.

Die Ausgangslinien lassen sich nicht mehr genau feststellen, doch  gehört das Shropshireschaf mit den Hampshire, Oxfordshire sowie Suffolk in die Kategorie der kurzwolligen, englischen Schafe.

Dieser Landstrich in England zeichnet sich durch extensives Weideland aus, in der die Haltung von Schafen schon immer eine bedeutende Rolle in der Landwirtschaft war.

Bereits im Jahr 1343 wurde wegen ihrer beliebten Wolle die heimische Landrasse der Region Shropshire erstmals erwähnt.

Youatt charakterisiert in seinen Schriften wie folgt: „Von der kurzen Shropshirewolle kann man kein anderes Zeugnis abgeben, als den Grad der Wertschätzung, den sie damals hatte“.

Morfe Common bei Bridgnorth in der Grafschaft Shropshire, eine Landschaft an den Ufern des Severn ist sicherlich ein Entstehungsgebiet des heutigen Shropshireschafes.

So wurden in den Sommermonaten ca. 10.000 Schafe in Morfe Common gehalten, die Wolle von bester Qualität produzierten.

Sie werden als eingeborene Rasse betrachtet, ihre Köpfe sind schwarz, braun oder gesprenkelt; sie neigen wenig zu Hinke und Räude(zitiert nach Wilsdorf 1927).

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Im 19. Jahrhundert wurde die Rasse Shropshire aus Einkreuzungen von Southdown in verschiedene Lokalrassen herausgezüchtet. Viele Züchter beteiligten sich an der Neuzüchtung der Shropshireschafe, nachdem ein bestimmter Typ festgelegt wurde.

So kam es durch konsequente Selektion in wenigen Jahren dazu, den Typ des Shropshireschafes zu vereinheitlichen. Im Jahr 1845 wurde das Shropshireschaf zum ersten Mal auf der „Royal  Show“ in England ausgestellt. 1882 wird die Shrophire-Zuchtgemeinschaft ins Leben gerufen. Das erste Herdbuch  w e l t w e i t  wurde von den Shropshireschaf-Züchtern im Jahre 1883 gegründet.

Gegen Ende des vorigen Jahrhunderts war das Shropshireschaf in England das Fleischschaf mit schwarzem Kopf, was am meisten verbreitet war. Auch trugen die Shropshireschafe erheblich mit ihrer guten Wolle zum gesamten Wollhandel bei. Dieser hohe Stellenwert wurde in Shrewsberry auf der Agricultural Show sichtbar. Es wurden 875 Shropshire und 420 Schafe anderer Rassen ausgestellt. Diese Ausstellung führte dazu, dass viele Käufer aus Nordamerika sich für den Kauf der Shropshire-Schafe entschieden.

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Verbreitung und Bedeutung der Shropshire Schafe

Das Shropshireschaf wurde in alle Länder mit Schwerpunkt Schafhaltung exportiert. Im Zeitraum von 1900 bis 1920 wurden 6700 Shropshireböcke weltweit verkauft.

Bereits 1889 begannen Schafhalter mit der Herdbuchzucht in den USA.

1884 wurde die „Amerikanische Shropshiregesellschaft“ gegründet und war die weltweit größte eigenständige Zuchtvereinigung. 1947 waren über 1 Million Tiere in der Gesellschaft registriert. Das Shropshireschaf hatte in den USA und Kanada den größten Rasseanteil aller dort gezüchteten Schafe. Shropshireschafe wurden auch in Australien, Argentinien und Neuseeland gezüchtet. In Neuseeland wurden sie bereits 1864 erstmalig eingeführt. Viele Shropshireböcke wurden mit Merinoschafen gekreuzt um gute Schlachtlämmer zu erzeugen. Zurzeit werden Shropshire – Böcke in der Gebrauchszucht zur Mastlammproduktion eingesetzt. Sie ist in Europa, Amerika, Australien, Neuseeland und Südafrika verbreitet.

Nebenbei sei erwähnt, dass z.B. im Jahr 1906 über 2000 Shropshireschafe zu Zuchtzwecken aus den Originalherden Englands exportiert wurden. 1922 kam es zum Ausbruch von Tierseuchen in England. Durch die Exporteinstellung verlor das Shropshireschaf an Bedeutung. In den letzten Jahren wurde es durch die Dreirassenkreuzung wieder populär. Shropshire Schafe werden als Vatertiere eingesetzt, um das gewünschte fleischbetonte und magere Schlachtlamm zu erzeugen.

Das Shropshire Schaf hat sich weltweit unter den verschiedensten Haltungsbedingungen behauptet, vermutlich deshalb, weil es aus einer relativ rauhen Gegend stammt.

Shropshireschafe in Deutschland
-Historie-

In Deutschland wurden um 1860 die ersten Shropshire Schafe importiert. Eine gute Herde Shropshire–Schafe stand in Lammershaben/Holstein. Die Zuchtböcke fanden guten Absatz. Weitere Herden standen in  Mecklenburg und Schlesien.Die Gründung bekannter Zuchtherden reicht bis 1875 zurück.Zu Beginn des 19.Jahrhunderts wurde das Zuchtziel der deutschen Shropshirezucht wie folgt formuliert: „Bei vollendeten Körperformen ein kräftiges, abgehärtetes Tier, mit möglichster Frühreife, leichter Ernährbarkeit, feinstem Fleische und gutem Wollbesatz“.

Auf die Erzeugung möglichst schwerer Shropshireschafe wurde Wert gelegt.< Um 1912 wurden in Deutschland 22.249 Shropshireschafe gehalten. Von dem Sonderauschuss für Fleischschafe wurden 1916 Richtlinien für die zukünftigen Zuchtziele der Hampshire-, Oxfordshire-, Shropshire- und Suffolkzuchten im damaligen Deutschen Reich aufgestellt. Die Deutsche Landwirtschaft Gesellschaft (DLG) hat auf Antrag die bisherige englische Rassenbeschreibung in   „Deutsches Schwarzköpfiges Fleischschaf“   umbenannt. Auf der DLG-Schau 1924 in Hamburg hat die Rasse Shropshire Schafe den Sieg über alle mit ihnen konkurrierenden Fleischschafrassen erreicht. 

So wird das Shropshireschaf fast allen Ansprüchen gerecht. Es ist in allen Teilen der Welt verbreitet, hat eine gute Konstitution, Härte und befriedigt in der Fleischleistung mit wohlschmeckendem, zartem und überwiegend magerem Fleisch.

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Rassebeschreibung der Shropshireschafe

Das Shropshireschaf stammt aus England. Es gehört zu den traditionellen englischen Niederungsrassen und ist ursprünglich in der Region Shropshire beheimatet. Das Shropshire Schaf ist ein mittelgroßes Fleischschaf hat einen hornlosen Kopf, der von Wolle bis an die Backen, teilweise bis an den Nasenrücken bedeckt ist. Es hat einen langen Rumpf, breiten Rücken und eine tiefe vorgeschobene Brust. Sehr gute Innen- und Außenkeulen zeugen von einer durchgezüchteten Rasse.

Die Beine sind stämmig, schwarz und mehr oder wenig bewollt. Die weiße Wolle hat einen Crossbredcharakter mit ausgeglichenem Sortiment von C-CD (26-31 Mikron). Somit gehört das Shropshire zu den kurzwolligen Fleischschafrassen, mit einer durchschnittlichen Stapellänge von 10-12 Zentimeter und einem Vliesgewicht von 3-4 kg.

Das Körpergewicht der Mutterschafe liegt zwischen 70 und 90 kg; Altböcke wiegen 100 - 120 kg und mehr. Shropshire Schafe sind saisonal brünstig mit langer Brunstsaison.
Auch sind die Lämmer frohwüchsig, so dass bei gutem Herdenmanagement eine Zulassung im Alter von 8 - 10 Monaten möglich ist. Das Shropshireschaf besitzt eine gute Fruchtbarkeit und hat eine Zuchtleistung von 1,6 Lämmer p.a. Die ausgeprägte Mütterlichkeit und eine gute Milchleistung sind die Gewähr für wüchsige Lämmer.
Lämmer erreichen bereits mit 90 - 100 Tagen die Schlachtreife bei einem Lebendgewicht von 40 kg.

Das fleischbetonte Shropshire Schaf eignet sich für Herden- und Koppelhaltung.
Durch schnelles Wachstum haben die Shropshireschafe als fleischproduzierende Rasse die Fähigkeit, ausgereifte Lämmer mit höchster Qualität, bedingt durch ihre Leichtfüttrigkeit, zu produzieren.

Shropshirezüchter in England feiern regelmäßig Erfolge bei Wettbewerben von Schlachtkörpern.
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Besonderheiten der Shropshire Schafe

In Neuseeland wurde wahrscheinlich zum ersten Mal herausgefunden, dass die Shropshireschafe keine Nadeln an Tannen verbeißen.

Bekannt wurde die Rasse zur Pflege der Weihnachtsbäume in Dänemark.

Bisher wurden die Kulturen vorwiegend mit Herbiziden gegen den starken Bewuchs von Gräsern freigehalten. Der Weihnachtsbaumkäufer entscheidet sich aber immer mehr für einen „unbehandelten“ Baum, er wird in den Anforderungen immer kritischer.

Auch in verschiedenen Bundesländern hat der Gesetzgeber den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in Kulturen teilweise eingeschränkt.

Die traditionellen Rassen in Deutschland sind bei einer richtigen Hütetechnik auch in der Lage Kulturen zu bestimmten Zeitpunkten abzuweiden. Sind aber die besagten Rassen wie z. B. Merino- oder Schwarzkopfschafe unbeaufsichtigt, würde das zu ganz erheblichen Verbißschäden führen.


Mit Shropshire-Schafen wurde eine Rasse gefunden, die weder Fichten noch Tannen bei richtigem Management in verschiedenen Wachstumsstadien verbeißen, so lange Weidegras vorhanden ist.

Bedingt durch Kot und Urin der Schafe zeigen die Bäume bei mehrjähriger Beweidung ein schönes, sattes Grün.

Durch die Extensivierung der Landwirtschaft wird den Flächeneigentümern die Anlage von Streuobstwiesen als Alternative angeboten. Das Shropshireschaf verbeißt keine Baumrinde in der Streuobstwiese gegenüber anderen Schafrassen.

Der Besatz in den Kulturen und Streuobstwiesen richtet sich nach der Größe der Bäume, der Höhe des Niederschlages und der jeweiligen Bodenqualität des Standortes. So hat das Shropshireschaf, auf Grund seiner genetischen Anlage den großen Vorteil, dass es, ohne Schädigung des Baumbestandes, die verschiedenen Kulturen biologisch und kostengünstig freihält.

Einsatz von Shropshireschafen

- Weihnachtsbaumkulturen (Fichten-Tannenbestände )

- Streuobstwiesen (ohne Rinde zu schälen)

- Extensive Landschaftspflege

- Weinbau ( Umkehrerziehung, ohne Verbiss )


Das Shropshire Schaf hat die Fähigkeit durch gute Futterverwertung und Leichtfüttrigkeit das wirtschaftseigene Futter in den jeweiligen Einsatzgebieten in hochwertiges Lammfleisch umzuwandeln.

Daher ist das Shropshire Schaf ein M u l t i t a l e n t unter den Fleischschafrassen.

Gebrauchszucht mit Shropshire Schafen

Shropshire-Böcke fanden als Vatertiere bei den Coburger Fuchsschafen, Bentheimer Landschafen, Rhönschafen und Merinolandschafen ihren Einsatz. Die Lämmer aus diesen Kreuzungen waren vital, frohwüchsig, hatten gute Zunahmen bei breitem, langem Rücken. Die Innen- und Außenkeulen waren sehr ausgeprägt. Gerade in Landstrichen mit kargem Futter und wenig Niederschlag eignen sich diese F1-Kreuzungslämmer dazu, wirtschaftseigenes Futter in wertvolles Lammfleisch umzuwandeln. So tritt der Heterosiseffekt aus diesen Keuzungen auf, es paaren sich gute Eigenschaften der Landschafe mit den Vorzügen der Shropshireböcke. Es lassen sich durch diese Gebrauchskreuzungen, bei einem Einsatz der Shropshire-Böcke, große wirtschaftliche Erfolge erreichen. 
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